10 Jahre Palliativstation am St. Marienkrankenhaus – Zweitälteste Palliativstation Frankfurts

30. September 2016

„Wenn die Lebenszeit begrenzt ist, steht die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund. Das ist das wichtigste Ziel unserer Arbeit“, sagt Beate Blasius anlässlich einer Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Palliativstation im St. Marienkrankenhaus. Die Palliativmedizinerin leitet seit 2010 die Station im Frankfurter Nordend. Sie wurde 2006 eröffnet und ist damit die zweitälteste in Frankfurt.

Auf der Palliativstation werden Patienten mit unheilbaren Erkrankungen nach dem ganzheitlichen Behandlungsansatz betreut. „Ziel ist nicht die Lebensverlängerung, sondern das Erreichen einer bestmöglichen Lebensqualität“, sagt Beate Blasius im Rahmen der Feierstunde am 29. September. Dafür arbeitet sie mit ihrem multiprofessionellen Team rund um die Uhr. Palliativmediziner, Pflegefachkräfte für Palliativ-Care und Physiotherapeuten, Psychoonkologen und Sozialdienst sorgen in einem ganzheitlichen Konzept für die individuelle Behandlung aller Symptome, die die schweren Erkrankungen mit sich bringen – wie Schmerzen, Atemnot, Angst und Panik, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit, Krankheitsverarbeitung, Sorge der Angehörigen usw.

„Die Palliativstation ist eine enorm wichtige Abteilung für die medizinisch-pflegerische und ganzheitliche Behandlung unserer Patienten – und ich bin froh, dass wir diese Versorgung als Kernleistung seit zehn Jahren an unseren Kliniken etabliert haben“, sagt Ute Knoop, Geschäftsführerin Katharina Kasper ViaSalus GmbH.

„Gelungene Kommunikation ist ein Hauptgrund der Zufriedenheit“

Ein wichtiger Bestandteil der Palliativstation des St. Marienkrankenhauses ist die offene Kommunikation mit Patienten und Angehörigen. Hierzu sagte Prof. Dr. Matthias Volkenandt, Arzt, Theologe und Kommunikationsfachmann in seinem Festvortrag zur Jubiläumsfeier:

 „Gelungene Kommunikation ist ein Hauptgrund der Zufriedenheit von Patienten und Angehörigen, misslungene Kommunikation hingegen ist ein Hauptgrund der Enttäuschung und Unzufriedenheit. Patienten und Angehörige wissen oft noch nach Jahren, welche Worte bei der Vermittlung der Diagnose gewählt wurden.“

Denn nur durch Information und Aufklärung ist es möglich, die Entscheidungsfähigkeit der Betroffenen zu erhalten. Dadurch wir der Patient unterstützt, so aktiv und selbstbestimmt wie möglich zu leben, auch im Wissen um die Nähe von Sterben und Tod. Das offene Gespräch hilft zugleich Angehörigen bei der Bewältigung der Krankheitssituation.

„Wir begleiten die Patienten und Angehörigen mit all ihren Nöten und Sorgen“, sagt Beate Blasius.

Ziel der Arbeit auf der Palliativstation ist es – wenn möglich – die häusliche Versorgung zu organisieren. Wenn dies nicht möglich ist, werden die Patienten ins Hospiz übergeleitet. Rund 50 Prozent der Patienten versterben auf der Station. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 2.300 Patienten behandelt.

Die Palliativstation St. Marienkrankenhaus in Zahlen
Eröffnung: März 2006 Leitende Oberärztin: Beate Blasius, Internistin und Palliativ-Medizinerin Chefarzt Innere Medizin: Dr. med. Bora Akoglu Anzahl Betten: 10 Einzelzimmer, jedes mit Übernachtungsmöglichkeit für Angehörige Anzahl Mitarbeiter: ca. 10 Patienten: seit 2006 ca. 2.300 Kontakt zur Station:: 069 / 1563-1564

Das Besondere der Palliativstation im St. Marienkrankenhaus
Unser multiprofessionelles Team

  • Ärzte für Palliativmedizin
  • Pflegefachkräfte Palliativ Care
  • Physiotherapeuten
  • Kunst- und Musiktherapeuten
  • Beratung der Patienten und Angehörigen durch den Sozialdienst 
  • psychoonkologische Beratung 
  • Besuchsdienst durch Ehrenamtliche 
  • Spirituelle Ansprache durch Geistliche 
  • Zwei Mal jährlich Gedenkgottesdienst für die Angehörigen und Mitarbeiter in der Krankenhauskapelle mit anschließendem Ausklang bei Kaffee, Kuchen und Gesprächen

Was bedeutet Palliativmedizin?
Im Mittelpunkt der Palliativmedizin steht die Behandlung und Begleitung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei begrenzter Lebenserwartung, wie z. B. Tumorerkrankungen, AIDS, chronische internistische, neurologische und geriatrische Erkrankungen… Ziele des ganzheitlichen Behandlungskonzeptes sind die umfassende und fachgerechte Linderung belastender Krankheitssymptome, Hilfe bei der Krankheitsbewältigung, Rehabilitation, Verbesserung der Lebensqualität und Sterbebegleitung.
Um diese zu erreichen, ist es notwendig, dass Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Pflegepersonal und alle anderen Berufsgruppen, die unheilbar Kranke betreuen, auf diesem Gebiet sehr gut aus-, fort- und weitergebildet sind und eng miteinander kooperieren.
Lehrbuch der Palliativmedizin – Eberhard Aulbert



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