Besucher helfen Patienten zu schützen

18. September 2015

Düsseldorf. 1. Internationaler Tag der Patientensicherheit

„Was ist der häufigste Keim-Übertragungsweg?“ mit dieser plakativen Frage wurden die Besucher des St. Martinus-Krankenhauses Düsseldorf anlässlich des 1. Internationalen Tages der Patientensicherheit begrüßt. Die Antwort war für viele überraschend einfach: Unsere Hände. So machten die Hygienefachkräfte die Besucher auf die Bedeutung der richtigen Händesdesinfektion aufmerksam. An einem Stand im Eingangsbereich konnten die Besucher sich unter Anleitung die Hände desinfizieren und in einem speziellen Schaukasten kontrollieren, ob sie auch wirklich jede Stelle ihrer Hände desinfiziert haben. „Ziel dieser Aktion ist es die Menschen dafür zu sensiblisieren, dass die oft so gefürchteten Keime nicht nur im Krankenhaus entstehen, sondern vielfach von außen mit gebracht werden. Deswegen ist es besonders wichtig, dass sich nicht nur unsere Pfleger und Ärzte an eine gründliche Händesdesinfektion halten, sondern auch die Besucher dies beherzigen. Denn eine Besiedelung mit den sogenannten Multiresistenten Erregern ist für gesunde Menschen vollkommen ungefährlich und oft frei von Symptomen. Werden diese Erreger allerdings auf Patienten mit einem geschwächten Immunssystem übertragen, kann es zu einer Infektion kommen, die dann umfassend behandelt werden muss. Um eine bestehende Infektion auzuschließen, wird bei allen Patienten bei Aufnahme ein generelles Screening auf Multiresistente Erreger durchgeführt.“ ,erklärt Dr. med. Matthias Wenning, Chefarzt der Inneren Medizin und Infektologe.

Die richtige Händehygiene ist aber nur ein Teil des Maßnahmenkonzept zur Patientensicherheit am St. Martinus-Krankenhaus Düsseldof. Bereits bei der Aufnahme erhalten die Patienten ein Armband, auf dem Vor-, Nachname und Geburtsdatum vermerkt sind. Durch das Patientenarmband und eine Namenskontrolle vor Untersuchungen oder Operationen kann eine von manchen gefürchtete Verwechselung ausgeschlossen werden. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wird vor einer Operation die Seitenmarkierung vorgenommen. Das heißt die zu operierende Seite wird mit einem Stift gekennzeichnet. Vor Beginn der Operation erfolgt ein Team-Time-Out. Hier wird unmittelbar im Operationssaal nochmals Name, Geburtsdatum und die anstehende Operation im Team kontrolliert.

Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland hat das St. Martinus-Krankenhaus bereits 2013 ein Hygienesiegel eingeführt. Das gesamte Patientenzimmer vom Lichtschalter bis zur Toilette wird mit Hygienesiegeln versehen. So erhält der Patient die Gewissheit, dass auch das Reinigungspersonal höchste Qualität in der Hygiene bietet. Die Funktionsweise ist so einfach wie intelligent. Die Siegel im Nasszellenbereich lösen sich bei Kontakt mit Wasser auf und werden nach der täglichen Reinigung erneuert, die Toiletten werden mit speziellen Klebesiegeln verschlossen und lassen sich nur durch Aufreißen entfernen. Die hohe Hygienequalität wurde durch das Zertifikat des MRE-Netzwerks Düsseldorf bestätigt. Alle Prozesse im Haus werden zusätzlich durch das Risikomanagement kontrolliert. Im so genannten CIRS (zu deutsch Berichtssystem über kritische Vorkommnisse) werden kritische Situationen und Beinahe-Fehler vermerkt. In regelmäßigen Sitzungen werden diese Meldungen besprochen und Verbesserungen erarbeitet.

Zum Bild: Hygienefachkraft Alexandra Mehrländer (rechts) erklärt einer Besucherin die richtige Händedesinfektion



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