Knochenbrüche im Alter – qualitätsgeprüfte Versorgung aus einer Hand

22. Dezember 2016

Fachübergreifende Zusammenarbeit des Dreifaltigkeits-Krankenhauses Wesseling und des Bonner Malteser Krankenhauses bringt großen Nutzen für ältere Menschen.

Wesseling/Bonn. Mit dem neu gegründeten zertifizierten Alterstraumatologischen Zentrum verbessert das Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling in Kooperation mit dem Malteser Krankenhaus Bonn die medizinische Versorgung von älteren und hochbetagten Menschen in der Region weiter: Spezialisiert und vernetzt behandelt das Team des Zentrums Knochenbrüche, die im Alter nicht nur häufiger vorkommen, sondern auch weitreichende Folgen haben können. Viele Menschen haben diese Situation bereits selbst oder im familiären Umfeld erlebt: Häufig führen schon vermeintlich einfache Brüche, zum Beispiel eines Arms, zu langfristigen Folgen und einer enormen Einschränkung der Lebensqualität. Während ein Jugendlicher oder junger Erwachsener nach einer solchen Verletzung kaum dauerhafte Einschränkungen befürchten muss, sind ältere Menschen oftmals langfristig belastet.

Hier setzt das neue Alterstraumatologische Zentrum an: Das fachübergreifende Team setzt sich dafür ein, Menschen in hohem Lebensalter nach einem Knochenbruch möglichst schnell wieder „auf die Beine“ zu helfen und die Lebensqualität wiederherzustellen.
„Die Versorgung älterer, gebrechlicher Patienten nach einem Unfall im Krankenhaus erfordert nicht nur besondere unfallchirurgische, sondern auch spezifische altersmedizinische, Kompetenzen“, erklärt Dr. med. Uwe Ruscher, Leitender Oberarzt der Sektion Orthopädie und Unfallchirurgie im Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling. „Alte Menschen benötigen nach einem Knochenbruch eine andere Behandlung als jüngere Menschen: Von der Knochenheilung über die operative Strategie bis hin zur physiotherapeutischen Behandlung muss die Therapie altersgerecht erfolgen. Dazu gehört auch, dass Vor- und Nebenerkrankungen intensiv berücksichtigt werden.“

Qualitätsgeprüft und im Sinne des Patienten: Fachübergreifende Zusammenarbeit unter einem Dach

Um diese Herausforderungen im Sinne der betroffenen Menschen im Rhein-Erft-Kreis noch besser zu erfüllen, arbeiten in dem Alterstraumatologischen Zentrum spezialisierte Unfallchirurgen des Wesselinger Dreifaltigkeits-Krankenhauses und Altersmediziner des Malteser Krankenhauses Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg eng zusammen. Gemeinsam mit weiteren Partnern sichern die beiden Kliniken die altersgerechte und spezialisierte Versorgung von älteren und betagten Menschen aus einer Hand – von der Notaufnahme bis zum Übergang in die Rehabilitation. Beide Kooperationspartner verfügen über langjährige Erfahrung in der Versorgung von unfallchirurgischen und geriatrischen Patienten und konnten bei einer freiwilligen Qualitätsprüfung überzeugen: Seit Juli 2016 ist das Zentrum nach der DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert und kann somit verbindliche Standards in der Patientenversorgung nachweisen.

Den Nutzen der engen Zusammenarbeit von Unfallchirurgen und Geriatern für Betroffene erklärt PD Dr. med. Albert Lukas, Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin am Malteser Krankenhaus Bonn: “Ältere Patienten weisen meist mehrere Erkrankungen auf. Diese so genannte Multimorbidität führt zum einen zu häufigeren Stürzen und einer größeren Anfälligkeit der Knochen für Brüche. Zum anderen müssen Begleiterkrankungen wie Demenz, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen adäquat mitbehandelt werden, um eine rasche und vollständige Genesung zu gewährleisten.“

Das wichtigste Ziel dabei sei der Erhalt oder die Wiederherstellung der größtmöglichen Selbständigkeit und individuellen Unabhängigkeit. „Denn gerade der unbemerkte und schleichende Verlust der Eigenständigkeit führt bei älteren Menschen häufig zu einem Sturzereignis“, warnt Unfallchirurg Dr. Uwe Ruscher, der das Alterstraumatologische Zentrum gemeinsam mit PD Dr. Lukas Albert leitet.

Von der Aufnahme bis zur Nachsorge: abgestimmte Diagnostik und Therapie aus einer Hand

Die konkrete Zusammenarbeit der beiden Kliniken richtet sich nach den Bedürfnissen des einzelnen Patienten und beginnt bereits bei der Aufnahme: Weiterhin wird durch das ATZ die lokale Versorgungsqualität für die Patienten verbessert: „Wir stellen vom ersten Tag an sicher, dass unsere älteren Patienten von der gemeinsamen unfallchirurgisch-geriatrischen Kompetenz profitieren können“, erklärt Zentrumsleiter Dr. Uwe Ruscher, „Bereits bei der ersten Untersuchung in der Notaufnahme im Dreifaltigkeits-Krankenhaus halten wir bei entsprechenden Merkmalen des Patienten Rücksprache mit den Kollegen aus der Bonner Geriatrie.“ Gemeinsame Visiten der Bonner und Wesselinger Ärzte in beiden Krankenhäusern sorgen anschließend dafür, dass die gesamte Behandlung „in einer Hand bleibt“. Sobald die akute unfallchirurgische Behandlung abgeschlossen ist, verlagert der Behandlungsschwerpunkt auf die geriatrische Behandlung und die Vorbereitung der rehabilitativen Maßnahmen. Physiotherapeuten, Sozialarbeiter und weitere Spezialisten ergänzen das Team und sorgen gemeinsam mit den Ärzten für eine abgestimmte Behandlung und die patientenorientierte Weiterversorgung auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.

Die Versorgung erfolgt dabei nach aktuellen medizinischen Standards, Empfehlungen und Leitlinien nationaler und internationaler Fachgesellschaften sowie Expertengremien. Instrumente zur kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung der Behandlungsqualität geben Betroffenen zusätzlich die Sicherheit „in den besten Händen“ zu sein. Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2008 schreibt beispielsweise eine jährliche Überprüfung von Prozessen und Standards vor.

Bildunterschrift: von links: Dr. Jens Felix Wagner, PD Dr. Albert Lukas (beide Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard), Dr. Uwe Ruscher, Dr. Max Christian Wilmsen (beide Dreifaltigkeits-Krankenhaus)



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