„Es war wie ein Wiedersehen“

10. Juni 2014

Frankfurt. Begegnungsnachmittag der Palliativstation des St. Marienkrankenhauses

Zu einem ersten Begegnungs-Nachmittag für Angehörige von Verstorbenen der Palliativstation hatte das St. Marienkrankenhaus Frankfurt eingeladen und hundert Besucher waren gekommen. „Wir erleben heute hoch emotionale Momente. Viele Angehörige haben Bilder ihrer Verstorbenen mitgebracht und wir erinnern uns gemeinsam“, so Renate Gillenkirch, die Stationsleitung.

Den passenden Einstieg bildete ein überkonfessioneller Gottesdienst, der vom Krankenhausseelsorger, Pater Klaus Jochum, Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern der Palliativstation gestaltet wurde. Lyrische Texte aus verschiedenen Kulturkreisen und Epochen sollten zu Beginn alternative Zugänge zur Verarbeitung von Trauer ermöglichen. Eine zentrale Frage war die, wo ich mit meiner eigenen Trauer stehe und wie ich selbst zu Leben, Sterben und dem Tod stehe. Mit verschiedenen Bildmotiven, wie die eines Schlussakkordes eines Musikstückes oder einem Flusslauf von der Quelle bis zur Mündung versuchte Pater Jochum mögliche Antworten aufzuzeigen.

Die Musiktherapeutin Dr. Martina Spies-Gehrig hatte die musikalische Eröffnung und gesamte Begleitung des Gottesdienstes übernommen, unter Verwendung der Instrumente, die auch in der Therapie der Palliativstation zum Einsatz kommen. Besonders stimmungsvoll war ihr Gesang mit Liedern der Hildegard von Bingen. Das Verlesen der Namen und gleichzeitige Anzünden eines Lichtes zum Gedenken war der emotionalste Moment. „Das ist jetzt noch ein Teil des gemeinsamen Abschiednehmens mit den Menschen, die uns gerade hier im St. Marienkrankenhaus in den letzten Tagen sehr nahe waren“ beschreibt eine Angehörige den für sie sehr bewegenden Moment. Und auch für die Mitarbeiter werden Erinnerungen wach: „Hinter den Namen und Bildern stecken ja auch bei uns Erinnerungen an bewegende Schicksale, teils von noch jungen Menschen. Und trotz der Erfahrung von Tod und Sterben können wir den Angehörigen voll Dankbarkeit mit einem Lächeln begegnen.“, beschreibt Renate Gillenkirch die Bedeutung dieses Tages für ihre Mitarbeiter.

Das gemeinsame Erinnern wurde im Anschluss an den Gottesdienst bei Kaffee und Kuchen fortgesetzt. Die Organisatorin, Psychoonkologin Irmgard Encke, und die ärztliche Leitung, Oberäztin Beate Blasius, dankten dem Förderverein des St. Marien- und St. Elisabethen-Krankenhauses für seinen finanziellen Beitrag zu der gelungenen Veranstaltung.

Die Palliativstation wurde im März 2006 im St. Marienkrankenhaus eröffnet und ist im Juni 2009 in ein neu errichtetes Gebäude am St. Marienkrankenhaus gezogen. Dort werden schwerkranke Menschen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, mit dem Ziel der Linderung der gesundheitlichen Beschwerden behandelt. Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung gehört die psychologische Betreuung von Patienten und Angehörigen zum ganzheitlichen Behandlungskonzept der Palliativstation. Darüber hinaus arbeiten  Musik- und Bewegungstherapeuten, Mitarbeiter des Sozialdienstes und ehrenamtliche Betreuer im Palliativteam.



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