Jugendliche Flüchtlinge freuen sich über Spende der KFD

12. August 2016

Brüggen/Wegberg. Wegberger Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland übergeben rund 1.500 Euro an junge unbegleitete Flüchtlinge.

„Weißt Du, welche Zahl das ist?“, fragt Marita Schönhals den 18-jährigen Semier und zeigt auf den großen Scheck, den der junge Volljährige in seinen Händen hält. Dieser nickt lächelnd und seine dunkelbraunen Augen leuchten.

Semier kommt ursprünglich aus Eritrea, ist seit zwei Jahren in Deutschland und lebt seit Anfang 2015 in der WG Noah der ViaNobis – Die Jugendhilfe | Schloss Dilborn in Brüggen. Hier wird er zusammen mit 17 anderen Jungen in zwei Wohngruppen von pädagogischen Mitarbeitern wie Marita Schönhals und Christian Rosendahl betreut. Die Jugendlichen stammen überwiegend aus Eritrea und Afghanistan, aber auch aus Mali, Guinea und Syrien.

Heute haben Semier und Belal, stellvertretend für alle WG-Bewohner, Besuch von sechs Frauen der KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) Wegberg/Beeck und Pfarrer Franz Xaver Tran Huu Duc aus der Pfarre St. Martin Wegberg bekommen. Der Pfarrer war im Jahr 1982 selbst als Flüchtling aus Vietnam nach Deutschland gekommen war.

So viel Geld wie noch nie kamen bei Kollekte zusammen

Etwas ganz Besonderes haben die Gäste mitgebracht: einen Scheck über die stolze Summe von 1.440,77 Euro. Das Geld stammt aus der Kollekte des diesjährigen Frauengottesdienstes anlässlich der Holtumer Oktav im Juli, an der auch Semier und vier andere Jungen aus Brüggen mit einer Betreuerin teilnahmen. „Jedes Jahr sammeln wir hier für eine Einrichtung oder ein Projekt aus dem Sozialwesen“, erzählt Inge Jakobs, 1. Vorsitzende der KFD Wegberg/Beeck, und fügt stolz hinzu: „Eine so große Spendensumme wie diesmal hatten wir noch nie.“

Wie Frauen der KFD aus Wegberg auf junge Flüchtlinge aus Brüggen kämen, könne man sich fragen, schmunzelt die Vorsitzende. Das sei durch ihre langjährige Vereinskollegin Maritta van der Gracht gekommen, die auf die Jugendhilfe Schloss Dilborn der ViaNobis aufmerksam geworden sei. Nachdem diese in der Zeitung zufällig eine Stellenanzeige der Einrichtung gesehen hatte, hätte sie gedacht: „Da rufe ich einfach mal an.“

Erster Besuch in Brüggen beeindruckte KFD-Mitglieder nachhaltig

Und schon wenige Wochen später, im Mai dieses Jahres, fuhren Maritta van der Gracht und ihre KFD-Kolleginnen Veronika Radine und Annemarie Merz zum ersten Mal nach Brüggen. Dort zeigten Semier und die anderen Jungen den Frauen aus dem Kreis Heinsberg stolz ihre Zimmer. „Einer der Jugendlichen begrüßte uns mit den Worten ´Herzlich willkommen in meinem Zuhause!´“, erinnert sich Annemarie Merz. „Wenn ich daran denke, bekomme ich sofort wieder eine Gänsehaut.“

Sehr ergriffen seien sie und ihre Kolleginnen gewesen, als sie den Erzählungen von Dr. Kamil Gönüleglendiren, Teamleiter der beiden Wohngruppen, zu den Fluchtgeschichten der Jungen gelauscht hätten. „Viele von ihnen haben eine mehrmonatige oder sogar Jahre andauernde Flucht hinter sich, auf der sie zum Teil sehr schlimme Dinge erlebt haben.“ Tief beeindruckt habe Veronika Radine die Lernbereitschaft und das Engagement der jungen Männer: „Als wir sie fragten, was sie sich für ihre Zukunft wünschen würden, antworteten sie, sie wollten schnell Deutsch lernen, einen Schulabschluss und eine Ausbildung machen, um einen Beruf ergreifen und Geld verdienen zu können.“ Nach dem Besuch seien sie sich deshalb sofort sicher gewesen, dass sie die diesjährige Kollekte an die jungen Flüchtlinge geben wollten.

Für die großzügige Spende bedankte sich Dr. Gönüleglendiren herzlich bei den KFD-Mitgliedern und berichtete: „Nicht alle Kosten, die hier entstehen, sind abgedeckt. Für einige unserer Jungen möchten wir gebrauchte Fahrräder erwerben. Anderen können wir mit dem Geld Schulbücher oder Fachliteratur für ihre Ausbildung kaufen. Und nach Möglichkeit möchten wir alle zusammen einen Ausflug in einen Klettergarten machen.“

 

Wer möchte sich engagieren?

Insgesamt hat die Jugendhilfeeinrichtung Schloss Dilborn neben den beiden Wohngruppen in Brüggen 14 weitere Gruppen in den Kreisen Viersen und Heinsberg sowie den Städten Mönchengladbach und Düsseldorf und in Montabaur (Rheinland-Pfalz), in denen junge unbegleitete Flüchtlinge betreut werden.

An allen Standorten werden Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten und die Jugendlichen zum Beispiel bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Freizeitaktivitäten begleiten, dringend gesucht.

Kontakt bei Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit:

Elfi Reiners, e.reiners@remove-this.vianobis.de, 02163 9540-0

 

Zum Bild:

Glückliche Gesichter bei Erika Schaap, Veronika Radine, Anneliese Beeck, Maritta van der Gracht und Annemarie Merz, alle KFD (v. l.), Pfarrer Franz Xaver Tran Huu Duc (hintere Reihe links), Dr. Kamil Gönüleglendiren, Christian Rosendahl (hintere Reihe Mitte u. rechts), Marita Schönhals (2. v. r.), alle ViaNobis – Die Jugendhilfe | Schloss Dilborn, Inge Jakobs, 1. Vorsitzende KFD, (r.) und Semier und Belal.


Ansprechpartner:
Karina Wasch
Tel: +49 2454 59-763
Fax:+49 2454 59-759
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