Soteria-Fachtagung: BEhandeln – VERhandeln

10. Oktober 2016

Gangelt. Mit einer Fachtagung zum Thema Soteria – BEhandeln – VERhandeln bot die Fachklinik der Katharina Kasper ViaNobis GmbH interessiertem Fachpublikum die Gelegenheit, in die Besonderheiten des Soteria-Konzeptes einzusteigen, darüber zu diskutieren und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Mit ihren 10 Plätzen im Soteria-Haus bietet die Fachklinik nun seit rund drei Jahren eine bisher in Nordrhein-Westfalen einmalige klinische Behandlungseinrichtung für schizophrene Menschen.

Dr. Wassili Hinüber, leitender Oberarzt, gab den Zuhörern zunächst einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Soteria.

In den 70er Jahren durch den amerikanischen Psychiater Loren Mosler entwickelt und realisiert, gelangte das Behandlungskonzept in den 80er Jahren unter dem Schweizer Psychiater Luc Ciompi auch nach Europa, in den 90er Jahren auch nach Deutschland.

Betroffene Patienten werden in einer Wohngemeinschaft-ähnlichen Umgebung mit 10 Betten außerhalb einer psychiatrischen Klinik behandelt. Kernelemente hierbei sind:

  • Psychosebegleitung in Form aktiven Dabeiseins
  • zurückhaltender Umgang mit neuroleptischer Medikation
  • milieutherapeutischer Ansatz

Patienten und Mitarbeiter begegnen sich in einer therapeutischen Gemeinschaft auf Augenhöhe. Tagesabläufe werden gemeinsam gestaltet. Die Erhaltung der persönlichen Entscheidungsfreiheit und die Selbstständigkeit jedes einzelnen Patienten stehen hierbei stets im Vordergrund.

In einer anschließenden Diskussion zwischen Fachärzten, Fachpflegekräften und einem ehemaligen Patienten wurden die Inhalte der Soteria-Behandlung von zwei Seiten beleuchtet: aus der Sicht eines Patienten und aus der Sicht des Behandelnden. Deutlich wurde, dass die Behandlungsform der Soteria durchaus eine alternative Form zur klassischen Behandlung in der Psychiatrie darstellt. Grundvoraussetzung ist, dass beide Parteien – Behandler und Patient – sich darauf einlassen, von der Akutphase bis zur Entlassung gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Behandler und Patient begegnen sich auf Augenhöhe, gemäß dem milieutherapeutischen Prinzip: „BEhandeln – VERhandeln“.

 

 


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