Dreifaltigkeits-Krankenhaus, Wesseling: Adipositaszentrum Wesseling wird Referenzzentrum

08. Oktober 2018

Das Adipositaszentrum Wesseling am Dreifaltigkeits-Krankenhaus gehört zu den führenden Einrichtungen dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Im August 2018 erhielt das Adipositaszentrum die begehrte Höherstufung zum Referenzzentrum in der Adipositas- und metabolischen Chirurgie durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV).

Mit diesem Gütesiegel einer unabhängigen Prüfungsinstanz zählt das Zentrum, koordiniert und geleitet von Frau Dr. Katrien Jacobi und ihrem Ehemann, Professor Dr. Christoph A. Jacobi, zu den drei ausgewiesenen Spezialisten in der Adipositasbehandlung im Köln-Bonner Raum. 2012 wurde die Einrichtung erstmals durch die Zertifizierungsinstanz als Kompetenzzentrum zertifiziert und regelmäßig erfolgreich rezertifiziert. Aktuell gibt es in Deutschland 64 zertifizierte Adipositaszentren, von denen sich rund 20 Zentren als Referenz- bzw. Exzellenzzentren (4) qualifizieren konnten.

Das von der DGAV verliehene Gütesiegel ist für drei Jahre gültig und an besondere Bedingungen geknüpft: So müssen die Anzahl und Qualität der vorgenommenen Operationen sowie die Behandlungen im interdisziplinären Expertenteam und der Langzeitnachsorge regelmäßig nachgewiesen werden.

„Eine Höherstufung zum Referenzzentrum setzt neben einer adäquaten personellen und sachlichen Ausstattung voraus, dass eine größere Anzahl an Operationen, in diesem Fall mindestens 100 Operationen jährlich, durchgeführt wird. Zudem gelten spezielle Voraussetzungen bei der Qualitätssicherung, wie etwa der Nachweis guter Behandlungsergebnisse“, erklärt Professor Dr. Jacobi, der als Chefarzt der Chirurgie am Wesselinger Dreifaltigkeits-Krankenhaus den chirurgischen Teil der Adipositasbehandlung im Zentrum verantwortet. Zudem sind Referenzzentren dazu verpflichtet, regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen auszurichten – und an wissenschaftlichen Studien teilzunehmen.

„Für den Patienten bedeutet die Höherstufung in erster Linie ein weiteres Plus an Sicherheit“, so Professor Dr. Jacobi, der seit 2013 jedes Jahr durch FOCUS-Gesundheit zum Top-Mediziner Deutschlands im Bereich der Adipositas-Chirurgie ausgezeichnet wird.

„Besonderes Lob haben wir als Team des Adipositaszentrums Wesseling im Übrigen für unsere besondere Kompetenz und die „überragende Motivation“ im gesamten Behandlungsgebiet der Adipositas- und metabolischen Chirurgie erhalten“, freut sich Frau Dr. Jacobi.

Übergewicht betrifft viele: Zwei Drittel der Männer und die Hälfte aller Frauen in Deutschland leiden daran. Ein Viertel der Erwachsenen gilt sogar als stark übergewichtig, also adipös. Die Ursachen für die Entstehung einer Adipositas sind bei jedem Menschen unterschiedlich. So können z. B. Stress, Existenzangst, Vereinsamung oder erlittene Traumata dick machen.

„Bei uns beginnt jede Behandlung zunächst mit einer konservativen Therapie: Bewegungsübungen, Ernährungsberatungen und Verhaltensmodifikationen. Zeigt sich, dass eine Operation sinnvoll ist, besprechen wir die unterschiedlichen Verfahren mit dem Patienten und wählen gemeinsam die bestmögliche Methode aus. Dabei nehmen wir uns viel Zeit“, erläutert Frau Dr. Jacobi die Herangehensweise im Adipositaszentrum Wesseling.

Sich bei der Therapie ausschließlich auf die Option „Operation“ zu verlassen, sei auf keinen Fall sinnvoll, so Frau Dr. Jacobi. Stattdessen solle man gleichzeitig auf mehreren Eben „anpacken“. „Die Angebote aus den Bereichen Ernährung und Bewegung sind bei uns zum Einen als Einzelmodule wahrzunehmen. Zum anderen bietet unser Zentrum aber auch das einzigartige ambulante Programm Smart XL® an, welches wir gemeinsam mit dem medizinischen Dienst der Krankenkassen entwickelt haben. Hier wird zusätzlich zu einer intensiven Bewegungs- und Ernährungstherapie auch das Modul Verhalten angeboten.“

Zu einer umfassenden Versorgung von Adipositaspatienten gehört die enge und fachübergreifende Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen, empathisches pflegerisches Personal und ein Netzwerk aus kompetenten Dienstleistern. Dabei spielt die hauseigene Ernährungsberatung am Wesselinger Adipositaszentrum im gesamten Behandlungsverlauf eine wichtige Rolle – aber auch Gesundheitsdienstleistungen aus den Bereichen Bewegungstraining, Physiotherapie und psychologische Begleitung kommen regelmäßig ins Spiel. Besonders wichtig für die Betroffenen, so Professor Dr. Jacobi, sei im Übrigen der regelmäßige Austausch in einer Selbsthilfegruppe. „Nichts motiviert mehr als der Austausch unter Gleichgesinnten. Hier können Probleme direkt angesprochen – und gelöst werden!“

Den positiven Einfluss, den das pflegerische Personal auf das Wohlbefinden des Patienten und seine Genesung ausübt, gilt es zu nutzen. Im Dreifaltigkeits-Krankenhaus stehen für die Pflegekräfte regelmäßige Schulungen zum Thema Adipositas auf dem Programm. „Neben der exzellenten medizinischen Qualifikation ist uns eine gute Pflege des Patienten – mit persönlicher Ansprache und Zuwendung – besonders wichtig“, so Professor Dr. Jacobi.

Die Kaufmännische Direktorin des Dreifaltigkeits-Krankenhauses, Alexandra Krause, zeigt sich überaus zufrieden mit der erfolgreichen Entwicklung des Adipositaszentrums Wesseling: „Neben dem Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie (MIC) an unserem Hause, welches ebenfalls von Professor Dr. Jacobi geleitet wird, freuen wir uns sehr, dass wir uns auch im Adipositas-Bereich als Referenzzentrum qualifizieren konnten. Gerade in diesem Jahr, in dem wir auf eine erfolgreiche Dekade der Zentrumsarbeit in unserem Haus zurückblicken, ist dies eine weitere Bestätigung für die hohe Qualität unserer medizinischen Kompetenz.“

Auf schwer- und schwerstgewichtige Patienten ist das Dreifaltigkeits-Krankenhaus gut vorbereitet. So können Patienten bis zu einem Körpergewicht von rund 360 Kilogramm operiert werden. Darüber hinaus können hier Betroffene mit einem Körpergewicht von bis zu 400 kg, zum Teil in stationärer Behandlung, bei der Gewichtsreduktion betreut werden.

Bereits 2012 wurden dazu Zimmer für schwerstübergewichtige Patienten eingerichtet, die unter anderem mit Adipositasbetten für ein Gewicht von bis zu 450 kg, mit Patientenliften bis zu 320 kg, mit Transporthilfen bis zu 544 kg und mit bodentiefen Toiletten ausgestattet für eine adäquate Betreuung von Patienten mit bis zu 360 kg sorgen. Zur Anästhesie von adipösen Patienten werden am Dreifaltigkeits-Krankenhaus spezielle Narkose- und Beatmungsgeräte vorgehalten. In der Radiologie am Krankenhaus steht ein Kernspintomograph der neusten Generation bereit, der eine Traglast von maximal 230 kg hält. Ebenfalls verfügt die Radiologie am Haus über einen Computertomographen mit der Möglichkeit, Patienten bis zu einem Gewicht von 295 kg zu untersuchen.

 

 



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