Zeitzeuge Gerhard Wiese zu Gast an der Elisabethenschule Hofheim am Taunus

11. Februar 2026

Am heutigen Tag erlebten alle 10. Klassen der Elisabethenschule Hofheim eine außergewöhnliche und eindrucksvolle Begegnung mit der Geschichte. Rund 90 Schülerinnen und Schüler sowie ehemalige und aktuelle Kolleginnen und Kollegen nahmen an einer Veranstaltung teil, die den jungen Menschen einen guten Einblick in die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen bot. Möglich wurde diese Veranstaltung durch das von Herrn Dr. Marc Fachinger betreute Projekt „Zeitzeugen“ des Bistums Limburg.

Der Vormittag in der Sporthalle der ELI war für die Schülerinnen und Schüler zweigeteilt:

Im ersten Teil sahen die Schülerinnen und Schüler den mehrfach ausgezeichneten Film „Im Labyrinth des Schweigens“, der die Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse beleuchtet und zeigt, wie mühsam der Weg zur juristischen Aufarbeitung in den 1950er‑Jahren war. Der Film bereitete die Jugendlichen emotional und inhaltlich auf das darauffolgende Zeitzeugengespräch vor.

Im zweiten Teil des Programms folgte der Höhepunkt der Veranstaltung: Der ehemalige Staatsanwalt Gerhard Wiese berichtete in einem ausführlichem Vortrag nicht nur von seiner Arbeit als Ankläger im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965), sondern auch von seinen Erinnerungen als Jugendlicher im Krieg und in der Nachkriegszeit. Mit eindrucksvoller Klarheit schilderte er die Herausforderungen der Ermittlungsarbeit, die Begegnungen mit Zeugen, die Zusammenarbeit mit Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und den Besuch in Auschwitz während des Prozesses selbst. Anschließend hatten alle Anwesenden die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen und direkt mit dem inzwischen siebenundneunzigjährigem Herrn Wiese ins Gespräch zu kommen.

Viele Anwesende nutzten diese Chance intensiv. Die Fragen waren reflektiert, interessiert und zeugten von hoher Aufmerksamkeit und großem Respekt.

Schulleiterin Pia Radeck betonte im Anschluss, wie wertvoll solche Begegnungen für junge Menschen sind:

„Nichts kann den direkten Kontakt mit Menschen ersetzen, die die Geschichte selbst erlebt haben. Solche Gespräche sind unersetzlich.“

Die ELI blickt dankbar auf einen gelungenen und bewegenden Vormittag zurück, der allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.



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